E-Commerce beschleunigt Wachstum auf mehr als 83 Milliarden Euro 0 406

Der E-Commerce in Deutschland boomt wie nie zuvor: Mehr als jeder achte Euro wurde 2020 für Waren im Internet ausgegeben. Damit stieg der Bruttoumsatz mit Waren im E-Commerce von 72,6 Milliarden Euro auf 83,3 Milliarden Euro an. 

Der E-Commerce ist mittlerweile fest in Deutschland verankert. Das zeigen die Ergebnisse der größten E-Commerce-Verbraucherstudie Deutschlands, die im Auftrag des Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) erstellt wurde.

Silver Surfer im E-Commerce angekommen

Mittlerweile ist fast jeder dritte Onlinekäufer älter als 60 Jahre – 2019 lag der Umsatzanteil in dieser Altersgruppe noch bei unter einem Viertel. Insgesamt kaufen inwzischen vier von zehn Onlinekunden mehr als einmal pro Woche im Internet ein. Drei Viertel gaben an, ihre Onlinekäufe zukünftig genau so beizubehalten oder sogar noch öfter im Distanzhandel einkaufen zu wollen. Noch vor rund einem Jahr waren es nur 50 Prozent.

„Die Corona-Pandemie hat die Entwicklung des Handels hin zum E-Commerce deutlich beschleunigt, und unsere Branche hat ihr Leistungsversprechen erfüllt“, bewertet Gero Furchheim, bevh-Präsident und Sprecher des Vorstands der Cairo AG die Jahresbilanz. „Diese Entwicklung wird sich nicht mehr umkehren. Die gesellschaftliche und politische Debatte muss ihre Perspektive gründlich ändern. E-Commerce und seine Prozesse sind künftig die Basis, von der aus Kunden ihren Einkauf beginnen. Die Innenstädte und der Einzelhandel brauchen dieses digitale Fundament, um mit ihren stationären Angeboten den Kunden noch Mehrwerte zu bieten. Die Stadtentwicklung muss sich dieser Realität endlich stellen und diejenigen konsequent einbinden, die den neuen Handel gestalten.“

Waren des täglichen Bedarfs legen am stärksten zu

Obwohl der Lebensmittelhandel und auch beispielsweise Drogerien während der Lockdowns nicht schließen mussten, hat der Cluster „täglicher Bedarf“ in der Krise prozentual am stärksten zugelegt. Insgesamt stieg der Onlineumsatz in diesem Segment auf 6,89 Milliarden Euro. Das entspricht einer Steigerung von über 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch Online-Apotheken konnten ihren E-Commerce-Umsatz um 33 Prozent steigern, auf 911 Millionen Euro.

Die hohe Zahl an Bestellungen ist nicht nur auf die Lockdown-Situationen zurückzuführen. Händler und Zusteller haben sich zusätzlich an die Kundenbedürfnisse im E-Commerce angepasst und sind so in der Wahrnehmung der Kundschaft immer beliebter geworden. So gaben 95,3 Prozent der Befragten an, dass sie mit ihrem Online-Einkaufserlebnis „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“ waren.

Christoph Wenk-Fischer, bevh-Hauptgeschäftsführer: „Die Leistung aller daran, die Corona-Pandemie zu meistern und bewältigen, verdient höchsten Respekt. Wir blicken im E-Commerce auf ein sehr forderndes, komplexes und unkalkulierbares Jahr zurück. Die hervorragende Arbeit der Menschen in unserer Branche, die dafür gesorgt haben, dass wir die Bevölkerung in Deutschland so zuverlässig mit wirklich allem versorgen können, macht uns stolz. Wir haben bewiesen, dass E-Commerce offen für alle, sicher und vielfältig ist.“

Der Branchenverband vermutet darüber hinaus, dass auch nach der Pandemie ein großer Teil der zusätzlichen Online-Nachfrage erhalten bleiben wird – selbst dann, wenn alle Geschäfte wieder öffnen können. „Im Zusammenspiel der Faktoren gehen wir von einem Umsatzwachstum bei Waren im E-Commerce von 12,5 Prozent für Jahr 2021 aus, mit dem die online verkauften Waren und Dienstleistungen zusammen die Grenze von 100 Mrd. Euro brutto sicher überspringen werden“, so Furchheim.

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Nina Rath ist Bachelor of Science in Marketing und als Journalistin unsere Expertin für tagesaktuelle News, die Marketer, Selbstständige und Unternehmer interessieren.

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