Facebook verkündet Statement zu Netflix-Doku “The Social Dilemma” 0 848

Die Social-Plattform hat eine Reaktion auf die Dokumentation “The Social Dilemma” veröffentlicht. Facebook versucht damit, die Kritik der Dokumentation zu widerlegen - mit mäßigem Erfolg.

Seit September 2020 gibt es die Dokumentation “The Social Dilemma” (“Das Dilemma mit den sozialen Medien”) auf Netflix in Deutschland zu sehen. Der Netflix-Hit beschäftigt sich mit der Nutzung sozialer Medien und steht den gängigen sozialen Plattformen sehr kritisch gegenüber. 

Doku trifft Zuschauer-Nerv

Innerhalb der 90 Minuten Laufzeit stehen Facebook, TikTok und Co in keinem besonders gutem Licht dar. Laut Doku werden die Nutzer absichtlich süchtig gemacht und als Produkt an andere Firmen verkauft.

“The Social Dilemma” sorgte für einige Diskussionen im Netz. Viele Zuschauer verkündeten nach dem Ansehen die Deaktivierung ihrer Social-Media-Accounts. Die Diskussionen scheinen Facebook verunsichert zu haben – In einem Statement mit dem Namen “What The Social Dilemma Gets Wrong” stellt Facebook sieben Punkte heraus, die in der Doku kritisiert wurden:

  1. Sucht
  2. Du bist nicht das Produkt
  3. Algorithmus
  4. Daten
  5. Polarisierung
  6. Wahlen
  7. Desinformationen

Facebook probiert auf die Kritik der Doku-Produzenten einzugehen und jeden der oben genannten Punkte zu widerlegen. So weist Facebook etwa in der Stellungnahme zurück, dass der Konzern persönliche Informationen verkaufe oder die Plattform so aufgebaut sei, dass Nutzer abhängig davon werden:

Our News Feed product teams are not incentivized to build features that increase time-spent on our products. Instead we want to make sure we offer value to people, not just drive usage. […] We collaborate with leading mental health experts, organizations and academics, and have our research teams devoted to understanding the impact that social media may have on people’s well-being. 

Darüber hinaus versucht Facebook auch auf die Schritte hinzuweisen, die bereits unternommen werden, um etwa die Verbreitung von Fake News einzudämmen oder Wahlen sicherer zu gestalten. Ob das Statement die Wichtigkeit der Doku nicht noch mehr betont statt diese abzumildern, bleibt abzuwarten. Jedoch wäre es von Facebooks Seite aus vermutlich sinnvoller gewesen, den Hype um die Doku einfach abklingen zu lassen, statt darauf detailliert einzugehen.

Keine andere Plattform gab bisher ein Statement ab

Neben Facebook kritisierten natürlich auch andere Stimmen die Doku. Der Film zeige beispielsweise keine verschiedenen Blickpunkte, sondern steigere sich in den düsteren Blick auf die Social-Media-Welt hinein, heißt es. “Menschen werden als willenlose Laborratten dargestellt”, schrieb die Süddeutsche Zeitung über den Dokumentarfilm, wobei die Zeitung auch betonte, dass die Doku vieles richtig gemacht hat. Vielleicht fühlte sich Facebook aufgrund der vielen Account-Löschungen zu einem Statement gezwungen. Andere Plattformen wie Twitter oder TikTok haben sich bisher nicht zu der Doku geäußert.

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Ana Karen Jimenez ist Redakteurin beim Deutschen Coaching Fachverlag und hat ihren Bachelor in Literaturwissenschaften und Spanisch an der Eberhard Karls Universität Tübingen abgeschlossen. Sie ist in den Magazinen für lesenswerte Ratgeber und vielfältige Kundentexte verantwortlich.

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