Gates zweifelt an Microsofts TikTok-Übernahme 0 817

In einem Interview äußerte sich der Microsoft-Mitgründer skeptisch gegenüber der geplanten Übernahme von TikTok. Gates nannte den Deal einen “vergifteten Kelch”.

Gleich mehrere Gründe sprechen gegen eine Übernahme der Social-Media-App, so Ex-Chef Bill Gates zu Wired. Zwar sei es gut, wenn Facebook mehr Wettbewerber bekäme – andererseits sei es bizarr, wenn Präsident Trump daran beteiligt wäre, den einzigen Mitstreiter zu verbieten.

Gates äußert Skepsis 

Ein weiteres Problem sehe Gates darin, dass Trump fordere, dass für das US-Finanzministerium ein finanzieller Vorteil aus dem Deal hervorgehen müsse. Er fände es fraglich, wie Microsoft mit diesen Vorgaben umgehen solle. Das Interesse von Microsoft an der Akquisition der TikTok-Geschäftsbereiche in den USA, Kanada, Neuseeland und Australien kam für Gates genauso überraschend wie für alle anderen: Bisher hatte sich der Softwareentwickler nämlich weitestgehend aus dem Social-Media-Geschäft rausgehalten.

TikTok wehrt sich gegen angekündigtes Verbot

Trump hatte in den vergangenen Wochen angekündigt, die App des Herstellers ByteDance in den USA vollständig zu verbieten. Grundlage dafür sei eine Gefährdung der Sicherheit durch die chinesische Firma. Inoffizielle Statements besagen, dass TikTok Geodaten und Suchverläufe seiner Nutzer sammle. Dies könne zu Spionage- und Erpressungszwecken von Behördenangestellten missbraucht werden.

TikTok versucht fast verzweifelt, ein solches Verbot außer Kraft zu setzen. So stellte die Plattform Kevin Mayer, einen US-Amerikaner, als CEO auf und kündigte fortschreitende Tranzparenz an. Zuletzt bot das Unternehmen sogar an, das Geschäft an ein US-Unternehmen zu verkaufen, wodurch Microsoft ins Spiel kam.

Die Nutzerdaten sollen zukünftig nicht mehr auf chinesischen Servern gespeichert werden. Hierzu plant ByteDance die Errichtung eines Rechenzentrums in Irland. Die Firma versichert weiterhin, keine Daten an die chinesischen Behörden zu übermitteln und beteuert, dass keine Zensur durch die chinesische Regierung ausgeübt wird. Diese Aussagen sind allerdings, angesichts der kritischen Rechtslage in China, mit Vorsicht zu bewerten. Welche rechtlichen Schritte TikTok-Mutter ByteDance tatsächlich einleiten will, ist noch nicht bekannt.

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Ana Karen Jimenez ist Redakteurin beim Deutschen Coaching Fachverlag und hat ihren Bachelor in Literaturwissenschaften und Spanisch an der Eberhard Karls Universität Tübingen abgeschlossen. Sie ist in den Magazinen für lesenswerte Ratgeber und vielfältige Kundentexte verantwortlich.

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