Konsumenten kaufen eher bei Commerce-Riesen – obwohl sie kleine Händler unterstützen wollen 0 560

Aus einer neuen Studie geht hervor, dass die deutschen Verbraucher das Einkaufen bei kleineren und lokalen Geschäften eigentlich bevorzugen - in der Praxis spiegelt sich dies allerdings nicht wider. Kleine Shops müssen jetzt aktiv werden.

Durch die Krise sind vor allem kleine und regionale Läden bedroht. Das gilt sowohl für das Offline- als auch für das Online-Geschäft. Auch im Netz müssen sich Shopinhaber gegen die großen E-Commerce-Plattformen wie Amazon, Aliexpress und Co. behaupten. Dass es vor allem für kleine Händler kritisch aussieht, ist den Deutschen durchaus bewusst. Trotzdem sind nur wenige bereit, ihr Konsumverhalten entsprechend anzupassen.

Bequemlichkeit geht vor 

Laut einer repräsentativen Studie der globalen Plattform iStock halten es 41 Prozent der Menschen in Deutschland für wichtig, kleine Unternehmen zu unterstützen – gerade in der aktuellen Pandemie. Dennoch haben nur 20 Prozent der Befragten ihr Kaufverhalten an ihre Einstellung angepasst und vermehrt bei lokalen und kleinen Geschäften eingekauft. Zudem haben rund 30 Prozent sogar öfter bei großen Händlern eingekauft. Ein Ländervergleich zeigt: In Großbritannien (54 Prozent) und in Frankreich (50 Prozent) befürworten deutlich mehr Menschen die Unterstützung kleiner Geschäfte als in Deutschland. Als Grund, warum die Befragten eher bei großen Händlern eingekauft haben, wurde vor allem ein Faktor genannt: Bequemlichkeit.

Aus der Studie geht ebenfalls hervor, dass vor allem ältere Generationen vermehrt bei kleinen oder lokalen Händlern eingekauft haben. Insbesondere Menschen, die über 55 Jahre alt sind, haben zur Unterstützung kleiner Shops beigetragen. 58 Prozent der Befragten in dieser Altersgruppe haben ihre Einkäufe bewusst bei regionalen Firmen getätigt. In der Generation X haben hingegen nur 40 Prozent achtsamer eingekauft.

Kleine Geschäfte müssen ihr Marketing optimieren

Um Konsumenten, die die Unterstützung lokaler Händler grundsätzlich für richtig halten, als Kunden zu gewinnen, müssen diese Händler jetzt aktiv werden. Denn laut der Studie fühlen sich 85 Prozent der Teilnehmer aus Deutschland derzeit nicht genug durch das Marketing von kleinen und lokalen Läden angesprochen. Allerdings geben 33 Prozent an, dass sie sich von eben solchen Läden als Kunde mehr wertgeschätzt fühlen. Bei großen Plattformen fühlen sich nur elf Prozent im gleichen Maße geachtet. Dieser Faktor deutet auf einen Schwachpunkt der Commerce-Giganten hin und stellt somit auch eine Chance für kleine Unternehmen dar. 

„Dieser Vorteil und die Tatsache, dass fast jeder Fünfte (19 Prozent) angibt, mehr bei kleinen Unternehmen einzukaufen, wenn diese die Werte der Verbraucher besser widerspiegeln, bietet diesen viele neue Möglichkeiten. Ähnliche Tendenzen haben wir bereits in unserer Visual GPS-Studie im Sommer beobachten können. Hier gaben sechs von zehn Konsumenten an, eher bei Marken und Unternehmen einzukaufen, mit deren Gründern sie sich selbst identifizieren können.“, erklärt Jaqueline Bourke, Head of EMEA, Creative Insights bei iStock.

Um kleinen Händlern einige Impulse für ihr Marketing zu eben, hat iStock in der Studie Tipps formuliert, mit denen lokale Shops potentielle Kunden gewinnen können. Beispielsweise können sie verschiedene Liefer- oder Zahlungsoptionen bewerben, um Kunden ein bequemeres Einkaufserlebnis bieten zu können. Zudem sollten Marketing-Maßnahmen über mehrere Kanäle ausgespielt werden, um sowohl die Baby-Boomer-Generation anzusprechen (zum Beispiel per TV-Werbung und traditionellem Print-Marketing), als auch Generation Y und X (etwa durch Social-Media-Präsenz). 

Die Studie ergab außerdem, dass die Verbraucher in Deutschland vor allem lustige oder nachhaltige Inhalte sehen wollen. Content, der also entweder witzig aufbereitet ist oder die Nachhaltigkeit von Produkten betont, kommt aktuell besonders gut an. Weitere Ergebnisse zu den Marketing-Potentialen kleiner Händler findest du auf dem iStock Blog.

Über die Studie

Für die internationale Studie Visual GPS hat iStock gemeinsam mit YouGov insgesamt 5.227 Personen aus Deutschland (2.158), Frankreich (1.007) und Großbritannien (2.062) befragt. Die Studie wurde Anfang November 2020 durchgeführt.

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Ana Karen Jimenez ist Trainee-Redakteurin beim Deutschen Coaching Fachverlag und hat ihren Bachelor in Literaturwissenschaften und Spanisch an der Eberhard Karls Universität Tübingen abgeschlossen. Sie ist in den Magazinen für lesenswerte Ratgeber und vielfältige Kundentexte verantwortlich.

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