Onlineshop-Umfrage: Viele Betreiber unterschätzen Risiken durch Cyber-Schäden 0 89

Ob Hacker-Angriff, Urheberrechtsverletzung oder Schadensersatz: Die deutschen Onlineshop-Besitzer empfinden das Risiko solcher Gefahren häufig als gering, was sich auch in unzureichender Implementierung von IT-Sicherheitsmaßnahmen zeigt.

Die Mehrheit der Onlineshops in Deutschland unterschätzt das gewerbliche Risiko, das Haftpflicht- und Cyber-Schäden mit sich bringen können. Das zeigt eine aktuelle Umfrage, die vom internationalen Spezialversicherer Hiscox gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen techconsult der Heise-Gruppe durchgeführt wurde.

Realitätscheck: Wahrnehmung und Fakten liegen weit auseinander

Die Zahl der Cyber-Schäden nimmt von Jahr zu Jahr weiter zu. Grund dafür ist auch, dass Shop-Besitzer oft die Risiken im Netz unterschätzen und ihre Sicherheitsmaßnahmen nicht ausreichend ausbauen. Das beweist auch die deutliche Lücke, die sich zwischen der Risikowahrnehmung und den realen Schadenszahlen auftut. Demnach bewerten 71 Prozent der Befragten ein übliches Schadensszenario, wie etwa Abmahnungen wegen Urheberrechtsverletzungen, maximal als geringes Risiko. 

Die Auswertung von Hiscox zeigt jedoch, dass rund ein Viertel (24 Prozent) des gesamten Schadenaufwands bei Onlineshops durch Urheberrechtsverletzungen entsteht. Darüber hinaus stammen 60 Prozent der Schadensfälle bei Onlineshops aus dem Bereich der Berufshaftpflicht und machen damit 50 Prozent des Schadensvolumens aus. Besonders KMU sind von diesen Schäden betroffen (Umsatz bis 150.000 Euro). 

Auch bei der Betriebshaftpflicht zeigt sich ein ähnliches Bild: 47 Prozent schätzen die Risiken von Produkhaftungs- und Schadensersatzforderungen als gering ein, nur 22 Prozent als hoch. Laut Schadensstatistik machen Schäden aus diesen Bereichen jedoch in der Realität 20 Prozent der Schadensfälle aus und sind mit 27 Prozent des gesamten Schadensvolumens das zweitgrößte gewerbliche Risiko für Onlineshops.

Notwendige IT-Sicherungsmaßnahmen bleiben auf der Strecke

Das fehlende Bewusstsein für Cyber-Gefahren zeigt sich auch in der fehlenden Umsetzung in der IT-Sicherheit: 44 Prozent der Befragten verfügen über keine automatischen Sicherheitsupdates, 45 Prozent benutzen keine Firewall-Strukturen. Außerdem fehlt bei 56 Prozent der befragten Unternehmen ein abgestuftes Rechtekonzept für IT-Verantwortliche.

„Das Delta zwischen Risikowahrnehmung, tatsächlichen Schadensfällen und dem Wunsch nach Absicherung lässt darauf schließen, dass gewerbliche Risiken für einen Großteil der Onlineshops in Deutschland noch sehr abstrakt und vermeintlich weit weg sind. Doch schon ein einzelner Schaden kann für die Onlineshop-Betreiber existenzbedrohende Ausmaße annehmen. Sei es eine Abmahnung, ein Personenschaden durch ein verkauftes Produkt oder die Betriebsunterbrechung im Weihnachtsgeschäft“, kommentiert Peter Pillath, Underwriting Manager Commercial Property bei Hiscox. „Besonders kleinere Onlineshops tun sich mit der Risikoabschätzung schwer. Versicherer und Vermittler sind hier besonders gefragt, für Risiken und Konsequenzen von Deckungslücken zu sensibilisieren und bei der Abwehr unbegründeter Ansprüche zu unterstützen.“

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Nina Rath ist Bachelor of Science in Marketing und als Journalistin unsere Expertin für tagesaktuelle News, die Marketer, Selbstständige und Unternehmer interessieren.

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