Social-Media-Analyse: Deutsche verbringen immer mehr Zeit in den Sozialen Medien 0 496

Noch nie waren die Menschen so auf Social Media angewiesen, um miteinander in Kontakt zu bleiben: Im Zuge der Coronapandemie hat sich die Zeit, die wir auf WhatsApp, Instagram und Co. verbringen, deutlich erhöht. Neben dem sozialen Austausch werden die Plattformen auch immer häufiger zu Informationszwecken genutzt.

Das sind die Ergebnisse des aktuellen Social-Media-Atlas 2021 der Hamburger Kommunikationsberatung Faktenkontor und Marktforscher Toluna. Im Rahmen der repräsentativen Umfrage wurden 3.500 Internet-User in Deutschland zu ihrem Nutzerverhalten befragt.

Social-Media-Kanäle gehören zu den Krisengewinnern

Seit Beginn der Pandemie nehmen die Deutschen noch öfter ihr Smartphone in die Hand. Dabei profitiert besonders WhatsApp von der vermehrten Smartphonenutzung: 32 Prozent der Befragten gaben an, den Messengerdienst seit der Pandemie privat häufiger zu benutzen als vorher. Auch auf YouTube halten sich 29 Prozent der Befragten öfter auf, bei Facebook und Instagram sind es 24 bzw. 20 Prozent.

Nur eine Minderheit hat dagegen die Shutdown-Zeit genutzt, um „Digital Detox“ zu betreiben und sich weniger online aufzuhalten. Bloß fünf Prozent der Befragten nutzen nach eigener Angabe Facebook seltener als vor der Krise, bei Instagram, WhatsApp und YouTube sind es jeweils drei Prozent.

Social Media als Nachrichtenquelle

Neben dem sozialen Kontakt nutzen viele Onliner die sozialen Plattformen auch vermehrt zur Informationsbeschaffung: 76 Prozent der User zwischen 20 bis 29 Jahren gaben an, Informationen zu Corona im Social Web zu suchen. Bei den plus 60-Jährigen sind es immerhin noch 27 Prozent, die sich online über die Pandemie informieren. 

Welcher Kanal hierbei als Nachrichtenquelle genutzt wird, ist ebenfalls stark vom Alter abhängig. Teenager nutzen beispielsweise am häufigsten YouTube (48 Prozent), um sich auf dem aktuellen Stand zu halten. Bei allen anderen Altersgruppen steht hingegen Facebook an erster Stelle. Besonders die Nutzer ab 30 Jahren schwören auf Facebook: 44 Prozent der Befragten in dieser Altersspanne informieren sich auf der Plattform über Corona.

„Facebook, YouTube, WhatsApp und auch Instagram sind nicht nur die Sozialen Medien, in denen sich die meisten Menschen über die Corona-Krise informieren – die breite Mehrheit von ihnen bringt Informationen dort auch hohes Vertrauen entgegen“, so Dr. Roland Heintze, Geschäftsführender Gesellschafter des Faktenkontors. „Das macht sie gleichzeitig zu einem gefährlichen Nährboden für Desinformation als auch zur besten Chance für erfolgreiche Aufklärung. Harte Fakten und hilfreiche Hinweise zur Pandemie sollten deshalb gezielt und verstärkt in diesen Kanälen kommuniziert werden. „

Die vermehrte Nutzung der Social-Media-Kanäle bietet auch Chancen für Marketer und Unternehmen, die sich auf den Plattformen präsentieren und werben. Ob der Trend mit dem Abflachen der Pandemie wieder rückläufig wird, bleibt abzuwarten.

Über die Umfrage

Der Social-Media-Atlas erfasst seit 2011 jährlich auf Basis einer repräsentativen Umfrage die Nutzung Sozialer Medien in Deutschland. Der aktuelle Atlas basiert auf einer Umfrage, die im Dezember 2020 und Januar 2021 durchgeführt wurde. Hierbei wurden 3.500 repräsentative Internetnutzer nach Alter, Geschlecht und Bundesland ab 16 Jahren zu ihrer Social-Media-Nutzung befragt.

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Ana Karen Jimenez ist Redakteurin beim Deutschen Coaching Fachverlag und hat ihren Bachelor in Literaturwissenschaften und Spanisch an der Eberhard Karls Universität Tübingen abgeschlossen. Sie ist in den Magazinen für lesenswerte Ratgeber und vielfältige Kundentexte verantwortlich.

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