
Ein gut gefülltes Bankkonto, regelmäßige Zinserträge und vermeintlich sichere Geldanlagen vermitteln zunächst ein beruhigendes Gefühl. Gerade Kapitalanleger, Unternehmer und vermögende Privatpersonen sollten sich darauf jedoch nicht uneingeschränkt verlassen. Denn während der Kontostand unverändert bleibt, kann die Inflation den tatsächlichen Wert des Vermögens schleichend reduzieren. Gleichzeitig erhöhen hohe Staatsschulden den Druck auf die öffentlichen Haushalte und damit langfristig auch das Risiko einer weiteren Geldentwertung. Die Alternative besteht allerdings nicht darin, das eigene Vermögen überstürzt in reale Werte umzuschichten. Auch Immobilien, Gold, Bitcoin, Aktien oder Edelsteine können an Wert verlieren, überteuert gekauft oder im entscheidenden Moment schwer verkäuflich sein. „Wer sein Vermögen ausschließlich in nominalen Forderungen hält, unterschätzt häufig den Kaufkraftverlust. Wer dagegen wahllos Sachwerte kauft, tauscht dieses Risiko lediglich gegen andere ein“, warnt Gerald Hörhan von der Investmentpunk Academy.
„Es geht also nicht darum, einfach möglichst viele Sachwerte zu besitzen, sondern zu verstehen, welcher Vermögenswert unter welchen Bedingungen tatsächlich Substanz hat und zu welchem Preis sich ein Investment lohnt“, erklärt Gerald Hörhan weiter.
Der als Investmentpunk bekannte Investor beschäftigt sich seit Jahren mit Finanzmärkten, Immobilien und unterschiedlichen Anlageklassen. Dabei betrachtet er Investments nicht isoliert, sondern ordnet sie im Zusammenspiel von Zinsen, Inflation, Staatsschulden, Steuern, Liquidität und Fremdkapitalrisiken ein. Diese Erfahrung gibt Gerald Hörhan auch im Rahmen der Investmentpunk Academy weiter, wo er Anlegern Wissen über Investments, Marktmechanismen und Risikomanagement vermittelt.
Staatsverschuldung und Geldentwertung: Was das für Anleger bedeutet
Um zu verstehen, warum Sachwerte in unsicheren Zeiten wieder stärker in den Fokus rücken, lohnt zunächst ein Blick auf die hohe Verschuldung vieler Staaten. Denn sie kann langfristig auch das Vermögen privater Anleger beeinflussen. Müssen Staaten bestehende Schulden zu höheren Zinsen refinanzieren, fließt ein wachsender Teil ihrer Einnahmen in den Schuldendienst. Gleichzeitig sind die Möglichkeiten begrenzt, diese Belastung wieder zu reduzieren: Staaten können ihre Ausgaben deutlich kürzen, ihren Zahlungsverpflichtungen nicht vollständig nachkommen oder dafür sorgen, dass ihre Schulden real an Wert verlieren. Harte Sparmaßnahmen sind jedoch politisch schwer durchsetzbar, während ein Zahlungsausfall erhebliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen haben kann.

Gerald Hörhan hält deshalb Geldentwertung und finanzielle Repression für ein besonders relevantes langfristiges Risiko. „Das Problem ist, dass Anleger dabei auf ihrem Konto zunächst keinen Verlust sehen. Trotzdem können sie sich von ihrem Vermögen mit der Zeit immer weniger kaufen“, erklärt Gerald Hörhan. Dazu kommt es, wenn die Inflation über längere Zeit höher liegt als die Verzinsung vermeintlich sicherer Geldanlagen. Auch Anleihekäufe durch Notenbanken können wieder an Bedeutung gewinnen, wenn hoch verschuldete Staaten durch steigende Finanzierungskosten unter Druck geraten. In einem solchen Umfeld können Sachwerte für Anleger interessanter werden. Anders als Bankguthaben oder Anleihen beruhen sie nicht allein auf einem Zahlungsversprechen, sondern verkörpern einen realen oder knappen Vermögenswert.
Gerald Hörhan von der Investmentpunk Academy: Wann Immobilien als Sachwert langfristig funktionieren können
Welche Chancen und Risiken Sachwerte mit sich bringen, hängt stark von der jeweiligen Anlageklasse ab. Immobilien gehören dabei zu den klassischen Sachwerten, weil sie einen realen Vermögenswert darstellen und vermietete Objekte zusätzlich laufende Einnahmen erwirtschaften können. Das allein schützt Anleger jedoch noch nicht vor Verlusten. Denn ob eine Immobilie ihren Wert langfristig erhält, hängt vor allem von ihrer Lage, dem Kaufpreis und der Finanzierung ab. Wer ein Objekt zu teuer kauft oder zu stark mit Fremdkapital finanziert, kann deshalb gerade bei steigenden Zinsen schnell unter Druck geraten.
Gleichzeitig können höhere Finanzierungskosten neue Möglichkeiten für Anleger schaffen. Müssen Eigentümer aufgrund auslaufender Finanzierungen oder fehlender Liquidität verkaufen, können Objekte in schwächeren Marktphasen zu günstigeren Preisen auf den Markt kommen. Anleger mit ausreichend Liquidität und Marktkenntnis erhalten dadurch die Chance, werthaltige Immobilien zu attraktiveren Konditionen zu erwerben. Allerdings ist nicht jedes vermeintliche Schnäppchen tatsächlich eine gute Investition. Entscheidend bleibt, ob Lage, Zustand, Kaufpreis, Mietpotenzial und Finanzierung zusammenpassen und die Immobilie damit langfristig wirtschaftlich tragfähig ist.
Gold und Bitcoin: Zwischen Werterhalt und hohen Kursschwankungen
Während Immobilien laufende Mieterträge erwirtschaften können, folgt Gold einer anderen Logik. Das Edelmetall kann als langfristiger Baustein gegen Geldentwertung und bestimmte Systemrisiken dienen, erwirtschaftet selbst jedoch keinen laufenden Cashflow. Wie attraktiv Gold für Anleger ist, hängt deshalb auch vom Zinsumfeld ab. Liegt die Verzinsung sicherer Anlagen nach Abzug der Inflation im positiven Bereich, gewinnen diese gegenüber Gold an Attraktivität. Steigt dagegen die Sorge vor Geldentwertung, kann Gold als knapper physischer Vermögenswert wieder stärker gefragt sein.

Bitcoin unterscheidet sich davon deutlich. Gerald Hörhan betrachtet die Kryptowährung als knappen digitalen Vermögenswert mit langfristigem Potenzial, dessen Wertentwicklung allerdings von ausgeprägten Marktzyklen und erheblichen Kursschwankungen geprägt ist. „Bitcoin kann langfristig interessant sein, ist aber kein Ersatz für Liquiditätsreserven. Wer die starken Schwankungen nicht finanziell und psychologisch verkraften kann, sollte dort keine großen Risiken eingehen“, erklärt Gerald Hörhan. Für Anleger kommt Bitcoin deshalb vor allem dann als Vermögensbaustein infrage, wenn sie mögliche Kursrückgänge einkalkulieren und die damit verbundenen Risiken langfristig tragen können.
Wann Aktien als Sachwert langfristig überzeugen können
Doch nicht jeder Sachwert muss physisch im eigenen Besitz liegen. Auch mit Aktien beteiligen sich Anleger an realen Unternehmen, die Produkte herstellen, Dienstleistungen anbieten und Gewinne erwirtschaften. Ob eine solche Beteiligung langfristig werthaltig ist, hängt deshalb wesentlich von der wirtschaftlichen Substanz des jeweiligen Unternehmens ab. Gerald Hörhan achtet dabei unter anderem auf tragfähige Cashflows, eine solide Verschuldung und die Fähigkeit eines Unternehmens, steigende Kosten zumindest teilweise an seine Kunden weiterzugeben.
Allerdings reicht selbst ein starkes Geschäftsmodell nicht aus, wenn Anleger einen zu hohen Preis für die Aktie bezahlen. Gerade in Phasen großer Börseneuphorie können hohe Erwartungen an zukünftige Gewinne bereits in der Bewertung enthalten sein. Steigen gleichzeitig die Zinsen oder bleiben die erwarteten Erträge aus, geraten solche Aktien entsprechend stärker unter Druck. Das gilt insbesondere für hoch bewertete Technologie- und KI-Unternehmen, deren heutige Bewertungen durch zukünftige Cashflows gerechtfertigt werden müssen. Anleger sollten deshalb nicht allein einem Markttrend folgen, sondern Geschäftsmodell, Verschuldung, Cashflow, Bewertung und Zinsabhängigkeit gemeinsam betrachten. Erst wenn wirtschaftliche Substanz und Kaufpreis zusammenpassen, kann aus einem guten Unternehmen auch ein langfristig tragfähiges Investment werden.
Investmentpunk Academy: Was Edelsteine von anderen Sachwerten unterscheidet
Noch einmal anders funktionieren hochwertige farbige Edelsteine. Rubine, Saphire, Smaragde, Aquamarine oder Tanzanite sind nicht unmittelbar an Aktien-, Anleihe- oder Zinsmärkte gekoppelt und können einen hohen Vermögenswert auf sehr kleinem Raum bündeln. Dennoch eignet sich längst nicht jeder Edelstein als Investment. Alexander Streb vom Deutschen Edelsteinhaus weist darauf hin, dass nur ein kleiner Teil des gesamten Edelsteinmarktes die Anforderungen an eine investmentfähige Qualität erfüllt. Viele Steine sind weder selten genug noch ausreichend handelbar.

Ob ein Edelstein seinen Wert langfristig erhalten und später wieder verkauft werden kann, hängt deshalb stark von seiner Qualität und deren verlässlicher Dokumentation ab. Echtheit, Herkunft, Farbe, Gewicht, Schliff, Brillanz und mögliche Behandlungen müssen fachlich geprüft und durch Laborberichte und Gutachten für den jeweiligen Stein nachvollziehbar dokumentiert sein. Hinzu kommt eine deutlich geringere Liquidität als bei Gold, Aktien oder Bitcoin, da für den Verkauf spezialisierte Anbieter und geeignete Käufer benötigt werden. Hochwertige Edelsteine eignen sich deshalb vor allem als begrenzte Ergänzung für Anleger mit ausreichend liquiden Vermögenswerten, die nicht kurzfristig auf das investierte Kapital angewiesen sind. Auch mögliche steuerliche Vorteile sollten dabei nie pauschal vorausgesetzt, sondern individuell mit einem Steuerberater geprüft werden.
Gerald Hörhan: Wissen schafft Handlungsspielraum in unsicheren Märkten
Welche Sachwerte sich für einen Anleger eignen, lässt sich nicht pauschal beantworten. Immobilien, Gold, Bitcoin, Aktien und Edelsteine unterscheiden sich schließlich nicht nur in ihren Chancen, sondern auch hinsichtlich ihrer Risiken, ihrer Handelbarkeit und der Anforderungen an das eingesetzte Kapital. Umso wichtiger ist es, die jeweiligen Marktmechanismen zu verstehen und Anlageentscheidungen nicht allein von kurzfristigen Preisentwicklungen oder allgemeinen Erwartungen abhängig zu machen.
Dieses Verständnis vermittelt Gerald Hörhan auch im Rahmen der Investmentpunk Academy. Anleger sollen lernen, wirtschaftliche Entwicklungen besser einzuordnen, Risiken realistisch einzuschätzen und mögliche Chancen frühzeitig zu erkennen. Denn gerade in unsicheren Marktphasen kommt es darauf an, nicht unter Druck handeln zu müssen, sondern auf unterschiedliche Entwicklungen vorbereitet zu sein. „Sachwerte sind kein automatischer Schutz vor Krisen. Entscheidend ist, zu welchem Preis man investiert, welche Risiken man eingeht und ob man auch in schwierigen Marktphasen liquide und handlungsfähig bleibt“, erklärt Gerald Hörhan abschließend.
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