Gute Usability führt zu zufriedenen Kunden – diese Kriterien sind wichtig 0 39

Die Nutzungsqualität einer Internetseite bemisst sich in erster Linie an ihrer Gebrauchseignung für die Menschen, die sie verwenden. Hierbei stehen nicht die subjektive Wahrnehmung und das Erleben der Nutzer (User Experience) im Vordergrund, sondern die objektive Effektivität der Verwendung einer Webseite zum Zeitraum der Anwendung. Vor dem Hintergrund internationaler Standards gibt es klare Kriterien, die eine solche Usability definieren.
Usability

Der Begriff Usability (engl: Brauchbarkeit im Sinne von Nutzerfreundlichkeit) beschreibt zunächst grundsätzlich die Gebrauchstauglichkeit aller Arten von technischen Anwendungen für den Menschen. Das kann eine Kaffeemaschine sein, ein Bankautomat oder eine Internetseite. Bei dieser sogenannten Mensch-Maschine-Schnittstelle geht es darum, wie gut, zufriedenstellend und effektiv die Anwendung für den Nutzer funktioniert. Diese Usability (engl.: to use = benutzen, ability = Fähigkeit) ist in der ISO-Norm (International Organization for Standardization) DIN EN ISO 9241 bestimmt.

Gründe für eine gute Usability von Webseiten

Die Usability von Internetseiten bezieht sich darauf, wie gut und problemlos sich ein User auf einer Seite zurechtfindet und wie schnell und unkompliziert er gewünschte Informationen findet. Je leichter das gelingt, desto wahrscheinlicher ist das erneute Aufsuchen der Seite und damit verbunden das Hinzugewinnen des Users als Kunden.

Ist die Webseite eines Unternehmens hinsichtlich ihrer Usability für Interessenten nur unzureichend, werden sie schnell zum nächsten Angebot wechseln, das nur einen Klick entfernt ist. Der Markt ist groß, und es wird immer Anbieter geben mit vergleichbaren Produkten oder Dienstleistungen, dafür aber mit einer besseren Performance und Usability der Internetseite.

Je weniger Klicks ein User benötigt, um an ein beabsichtiges Ziel (Angebot) zu kommen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, auch beim nächsten Mal sein Interesse zu wecken. Ist eine Seite hingegen kompliziert aufgebaut, nicht intuitiv in der Bedienung und enthält zu wenig von dem, was sich der User wünscht, wird er in der Regel nicht wiederkommen.

Kriterien für eine geeignete Usability

Zu den wichtigsten Kriterien für eine gute Usability auf einer Internetseite zählen verschiedene Aspekte, die sich sowohl in der technischen Gestaltung als auch einer psychologisch ansprechenden Aufmachung bemerkbar machen.

Entscheidende Kriterien für eine Usability sind vor allem:

  • responsives Webdesign (problemlose Nutzung einer Seite unabhängig vom verwendeten Endgerät)
  • schnelle Ladezeiten (Abbruchrate steigt bereits nach mehr als drei Sekunden an)
  • einfache Navigation (schnelles Auffinden gewünschter Informationen mit wenigen Klicks)
  • leichte Lesbarkeit (kurze Textblöcke, relevante und informierende Überschriften, Auflockerungen durch Aufzählungen oder Bilder)
  • ansprechendes Design (einheitliches und konsistentes Layout und Farbgestaltung)
  • unkomplizierte Formulare (einfache Anwendung bei Kontakt- und ähnlichen Feldern, keine Überfrachtung, keine unnötigen Inhalte)
  • Barrierefreiheit (assistive Hilfsmittel für Menschen mit Einschränkungen)

Möglichkeiten zur Verbesserung

Häufig zeigt sich anhand des Nutzerverhaltens, dass die Usability einer Webseite verbesserungsbedürftig ist. Es gibt eine Reihe von Themen, die dabei entscheidend sind.

  • Optimieren von Meta Tags und Keywords (Abbilden der Suchbegriffe der User)
  • Ladezeitenverbesserung (wenige, aber gezielt eingesetzte Bilder, Verkleinerung der Bildauflösung, weniger Effekte mit langer Ladezeit)
  • Zielgruppengenauigkeit (keine beliebige Gestaltung der Seite, Fokus auf Bedürfnisse der Zielgruppe)
  • Sprachpräzision (Verzicht auf ellenlange Erklärungen, Infos prägnant und auf den Punkt)
  • Seitengestaltung an Endgeräte anpassen (responsiv)

Überprüfung der Webseiten-Usability

Die Usability einer Internet-Präsenz sollte regelmäßig geprüft werden, um festzustellen, ob sie noch auf dem neuesten Stand ist. Solche Tests helfen dabei, zeitnah Schwachstellen zu erkennen und sie zu beseitigen, bevor User damit konfrontiert werden. Es ist hilfreich, entsprechende Tests der Usability durch Dritte vornehmen zu lassen, demnach den Blick von außen zu nutzen, um zu erkennen, was aus der Innensicht selbst nicht auffällt.

Eine klassische Methode ist das Testen von Webseiten durch Personen, die weder Seite noch Angebot kennen. Sie navigieren durch die Seite und dokumentieren dabei detailliert sämtliche Erfahrungen mit den vorhandenen Funktionen, von der einfachen Suche bis hin zur Kontaktaufnahme. Auf Basis dessen kann dann die Usability einer Webseite dargestellt werden.

Eine weitere Option ist die Verwendung von Tools, die eine genaue Analyse der gewünschten Internetseite vornehmen. Hierzu zählen unter anderem eine Messung der Blickbewegungen durch das sogenannte Eye Tracking. Spezielle Brillen erfassen den Blickverlauf eines Nutzers und analysieren so dessen Wahrnehmung und Verarbeitung der Seiteninhalte.

Auch Heatmaps sind eine Möglichkeit der Überprüfung der Usability. Sie visualisieren das Nutzerverhalten anhand von Farben, wie sie von einer Wärmebildkamera bekannt sind. Bereiche mit hoher Aufmerksamkeit sind beispielsweise rot abgebildet, jene mit geringer Beachtung eher in einem Blauton.

Fazit

Die Usability gibt an, wie nutzerfreundlich eine Webseite gestaltet ist. Es lohnt sich, auf eine gute Gebrauchstauglichkeit zu achten, um User nicht nur zu unterstützen, sondern langfristig zu halten. Auch die regelmäßige Überprüfung der Internetseite ist wichtig, um sie immer auf dem aktuellen Stand zu halten.

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Ana Karen Jimenez ist Trainee-Redakteurin beim Deutschen Coaching Fachverlag und hat ihren Bachelor in Literaturwissenschaften und Spanisch an der Eberhard Karls Universität Tübingen abgeschlossen. Sie ist in den Magazinen für lesenswerte Ratgeber und vielfältige Kundentexte verantwortlich.

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