Wie Digital Nudging unser Verhalten beeinflussen kann! 0 318

Durch unseren ständigen Umgang mit dem Internet werden wir immer digitaler. Dies hat natürlich auch Folgen für unser Verhalten, das von verschiedenen Faktoren unbewusst und teilweise bewusst beeinflusst wird. Ein gutes Beispiel hierfür ist das sogenannte Digital Nudging. Aber was genau ist das eigentlich und welche Auswirkungen hat es auf uns?
Digital Nudging

Digital Nudging ist ein Konzept, das in den letzten Jahren immer populärer geworden ist. Es bezieht sich auf die Idee, dass kleine Änderungen an der Anwendungssoftware oder einer Website die Benutzer in eine bestimmte Richtung lenken können. Mit Digital Nudging werden Entscheidungen getroffen, die vor allem auf psychologischer Ebene wirken.

Wie funktioniert Digital Nudging?

Digital Nudging basiert auf den Grundsätzen der Verhaltenspsychologie. Es beschäftigt sich mit den psychologischen Mechanismen hinter menschlichem Verhalten und versucht herauszufinden, was uns veranlasst, Entscheidungen in bestimmten Situationen zu treffen. Durch dieses Verständnis können Unternehmen bestimmte Strategien entwickeln, um Verbraucher anzuleiten und sie in bestimmte Richtungen zu „nudgen“. Dies bedeutet im Wesentlichen, dass Unternehmen Verbrauchern vorgeben können, welche Art von Produkt sie kaufen oder welche Aktion sie unternehmen sollten. Dies ist möglich, indem sie Elemente wie Farben, Bilder oder Texte auf ihrer Website verwenden. Auch Interaktionselemente wie Schaltflächen oder Menüs können so gestaltet sein, dass sie den Benutzern helfen, ihr Ziel schneller zu erreichen und bestimmte Entscheidungen zu treffen.

Beispiele für Digital Nudging 

Ein bekanntes Beispiel für Digital Nudging ist die Verwendung von Push-Benachrichtigungen auf unseren Smartphones, um uns dazu zu ermuntern, bestimmte Aktivitäten auszuführen.

Das Amazon-Dash-Programm ist ein weiteres typisches Beispiel. Es bietet Kunden einen bequemen Weg, Bestellungen aufzugeben. Sobald ein Produkt gekauft wurde, erhalten Kunden eine Erinnerung an die Bestellung des gleichen Produkts, sobald es fast leer ist. Dies ist ein subtiler Hinweis darauf, dass es Zeit ist, neue Produkte zu bestellen – ohne den Kunden tatsächlich zu drängen.

Auch vernetzte Thermostate bedienen sich dem Digital Nudging. Diese Geräte verwalten die Temperatur in Haus oder Wohnung und helfen beim Energiesparen. Thermostate lassen sich so programmieren, dass sie die Temperatur automatisch senken oder erhöhen. Auch hier bietet Digital Nudging einen unterschwelligen Hinweis darauf, dass es Zeit ist, Energie zu sparen – ohne den Benutzer direkt dazu aufzufordern.

Digital Nudging kann man auch verwenden, um Menschen mit ihrer Gesundheit und Fitness in Einklang zu bringen. Eine App ermutigt Benutzer mehr Sport zu treiben indem sie vorschlägt regelmäßig Sporteinheiten im Kalender hinzuzufügen oder jedes Mal benachrichtigt, wenn Personen beispielsweise mehr als acht Stunden am Tag sitzen. Auch hier geht es darum, dem Benutzer sanft anzuregen, etwas für seine Gesundheit zu tun – ohne ihn direkt unter Druck setzen.

Die Vorteile

Einer der Hauptvorteile von Digital Nudging ist die Effektivität. Menschen sind mit Hilfe von Digital Nudging motivierter und bereit, bessere Entscheidungen zu treffen, als ohne dieses Verfahren, was schließlich die Umsätze der Unternehmen steigert. 

Zu den wichtigsten Vorteilen von Digital Nudging zählt ebenfalls, dass es einfach anzuwenden ist. Durch digitale Technologien wie Smartphones und Wearables können Nutzer schnell und gezielt auf nützliche Informationen und Anreize zugreifen. Mit Hilfe von benutzerdefinierten Optionen können sie gezielt über bestimmte Einstellungen informiert werden, um sie zu ermutigen, Verhaltensänderungen vorzunehmen – sei es aufgrund des Wetters oder aufgrund schlechter Gewohnheiten.

Darüber hinaus wird Digital Nudging eingesetzt, um die Motivation der Nutzer zu erhöhen und ihr Engagement für ein bestimmtes Ziel oder Projekt zu steigern. Es kann als Belohnungssystem eingesetzt werden, um Nutzer für die Erfüllung bestimmter Aufgaben zu belohnen oder sie mit speziell gestaltetem Feedback über den Fortschritt in Richtung des Ziels zu informieren. Dieses Feedback kann sowohl positiv als auch negativ sein und soll den Nutzern helfen, bessere Entscheidungen zu treffen und ihrem Ziel näherzukommen.

Darüber hinaus ist Digital Nudging äußerst skalierbar. Mit Hilfe von KI-Technologien können Betreiber personalisierte Interaktionen mit Millionen von Benutzern gleichzeitig bieten. Dadurch entsteht eine effizientere Möglichkeit, globale Anliegen anzugehen und potenziell große Auswirkungen zu erzielen. 

Digital Nudging hat noch weitere Vorteile: Da es immer mehr personalisierte Optionen gibt, entsteht ein sehr individuelles Erlebnis für jeden Nutzer. Dadurch sind die Ergebnisse vorhersagbarer und effizienter. Außerdem ermöglicht die Technologie den Einsatz verschiedener Analysewerkzeuge für den Abgleich von Daten. Diese Werkzeuge bieten tiefere Einblicke in das Verhalten der Nutzer und helfen dabei, Optimierungslösungen vorzuschlagen. 

Die Risiken von Digital Nudging  

Digital Nudging ist zwar ein mächtiges Werkzeug, das Unternehmen dabei hilft, digitale Verhaltensänderungen zu fördern. Wenn es jedoch nicht sorgfältig angewendet wird, kann es potenziell gefährlich sein. Es besteht die Gefahr, dass Menschen durch unangemessene Verwendung überfordert oder diskriminiert werden. Ein Beispiel hierfür ist die Überwachung von Daten. Unternehmen können Nudging verwenden, um bestimmte Personengruppen oder Benutzer auf der Grundlage ihrer gesammelten Daten zu überwachen. Diese Art der Überwachung ermöglicht es Unternehmen, persönliche Informationen über Benutzer zu sammeln und auf diese Weise Benutzergruppen zu manipulieren oder zu steuern. Dies kann unerwünschte Auswirkungen haben und den Privatsphäre-Rechten der betroffenen Personen schaden.

Eine andere Gefahr besteht darin, dass das Nudging möglicherweise in einer Weise angewendet wird, die den Benutzern nicht bewusst ist. Dies kann potenziell negative Auswirkungen auf die Entscheidungsfindung der Benutzer haben und sie dazu verleiten, schlechte Entscheidungen zu treffen. Daher ist es wichtig, dass Unternehmen ihr Nudging so anpassen, dass es den Benutzern bewusst ist. Und sie in die Lage versetzt wird, selbstbewusste Entscheidungen zu treffen. 

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Samuel Altersberger ist Redakteur beim OnlineMarketingMagazin. Vor seiner Arbeit beim DCF Verlag war er bereits sechs Jahre als freier Autor tätig und hat während dieser Zeit auch in der Marketing Branche gearbeitet.

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