Wann ist man Narzisst? Valentin Haas über die Risiken der Verallgemeinerung 0 9

Befindet sich in meinem direkten Umfeld ein Narzisst, oder bin ich womöglich sogar selbst betroffen? Eine Frage, die sich immer mehr Menschen stellen – und die nicht nur nach einer verlässlichen Antwort, sondern auch nach dem richtigen Umgang mit der Problematik verlangt: Wie Dir beides gelingt, verrät Dir der Psychologische Psychotherapeut Valentin Haas im folgenden Ratgeber.

Soziale Medien fördern oft eine Kultur der Selbstinszenierung, in der Menschen dazu neigen, nur ihre besten Seiten zu präsentieren und nach Bestätigung zu suchen – ein Nährboden für narzisstische Tendenzen. Dabei bietet die ständige Jagd nach Likes und Herzchen einen fruchtbaren Boden für narzisstische Verhaltensweisen. Ständiger Druck, perfekt und erfolgreich zu wirken, kann Menschen dazu verleiten, ihre Selbstbestätigung vorrangig von außen zu beziehen, was narzisstische Züge weiter fördert. Eine Gesellschaft, die echte Werte schätzt und vorlebt, könnte eine solche Entwicklung abmildern. Doch oft fehlt es uns an der Fähigkeit, die zugrundeliegenden Probleme zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. „Es ist äußerst problematisch, gewisse Verhaltensweisen pauschal als ’narzisstisch‘ zu labeln. Das kann zu Stigmatisierung führen und Betroffene davon abhalten, die Unterstützung zu suchen, die sie wirklich brauchen“, erklärt der Psychologische Psychotherapeut Valentin Haas.

„Ein häufiges Missverständnis ist, dass Narzissten einfach nur selbstverliebt sind. In Wirklichkeit verbirgt sich hinter ihrem Verhalten oft ein tiefer liegendes Gefühl der Unsicherheit und schmerzhafter Angst vor Ablehnung“, führt der Psychologische Psychotherapeut Valentin Haas, der eine Praxis für Psychotherapie in Hannover hat, weiter aus. Um wirkliche Fortschritte zu erzielen, ist es entscheidend, jedes Problem individuell und mit einem tiefgehenden Verständnis anzugehen. Diplom-Psychologe Valentin Haas hat genau diese Herangehensweise perfektioniert. Durch seine Arbeit hat er zahlreichen Menschen geholfen, narzisstische Verhaltensmuster nicht nur zu erkennen, sondern sie auch erfolgreich aufzulösen und ihre Widerstandsfähigkeit langfristig zu stärken.

Valentin Haas: Eine Frage der Definition – Was ist Narzissmus und was nicht?

Valentin Haas macht eine wichtige Unterscheidung klar: Starkes Selbstbewusstsein ist nicht gleichbedeutend mit Narzissmus. Während Narzissmus als Persönlichkeitsstörung gilt, charakterisiert durch extrem hohes Selbstwertgefühl, ein intensives Verlangen nach Bewunderung und einen eklatanten Mangel an Empathie, steht dies in starkem Kontrast zu gesundem Selbstbewusstsein. Letzteres gründet auf einer realistischen Selbsteinschätzung und der Fähigkeit, eigene Stärken und Schwächen zu akzeptieren.

Valentin Haas
Diplom-Psychologe Valentin Haas hat zahlreichen Menschen geholfen, narzisstische Verhaltensmuster zu erkennen und aufzulösen.

Personen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung neigen dazu, andere für ihre eigenen Ziele auszunutzen und haben oft übertriebene Vorstellungen von Macht, Erfolg oder einer idealen Liebe. „Das eigentliche Problem des pathologischen Narzissmus liegt in den tief verwurzelten Verhaltensmustern, die ohne professionelle Hilfe oft zu ernsthaften sozialen und beruflichen Konflikten führen“, betont Valentin Haas.

So lässt sich das Problem lösen: Der richtige Umgang mit narzisstischen Tendenzen

„Um wirksam helfen zu können, muss Narzissmus differenziert betrachtet werden“, betont Valentin Haas. „Schließlich ist nicht jedes selbstsichere oder selbstzentrierte Verhalten auf narzisstische Motive zurückzuführen.“ Für Menschen, die narzisstische Züge an sich selbst oder in ihrem Umfeld erkennen, rät Valentin Haas zu einem ersten Schritt der ehrlichen Selbstreflexion: Es ist entscheidend, die eigenen Handlungen zu hinterfragen und zu verstehen, wie diese das Verhältnis zu anderen beeinflussen. Hilfreich können dabei Techniken wie das Führen eines Tagebuchs oder das Einholen von Feedback vertrauter Personen sein.

Durch solche Methoden können Betroffene lernen, ihre Handlungen kritisch zu betrachten und ein gesünderes Selbstwertgefühl zu entwickeln. Dies führt dazu, inneren Druck zu verringern und sich emotional zu entlasten. Mehr Einfühlungsvermögen und authentischere Beziehungen können ebenso dazu beitragen, narzisstische Tendenzen zu mildern. „Durch regelmäßige Selbstreflexion und bewusste Verbesserungen der eigenen Empathie sowie der sozialen Kompetenzen können Menschen lernen, ihr Verhalten und Selbstbewusstsein positiv einzusetzen“, fasst Diplom Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut Valentin Haas zusammen.

Du bist ständig gestresst oder hast mit Ängsten zu kämpfen?

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Ana Karen Jimenez ist Redakteurin beim Deutschen Coaching Fachverlag und hat ihren Bachelor in Literaturwissenschaften und Spanisch an der Eberhard Karls Universität Tübingen abgeschlossen. Sie ist in den Magazinen für lesenswerte Ratgeber und vielfältige Kundentexte verantwortlich.

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